Limburg – Stadt, Burg und Dom

Lahn und Dom in Limburg

Inmitten einer grünen und fruchtbaren Landschaft siedelten die Menschen schon in früher Zeit im Limburger Becken. Bei Grabungen im Jahre 2012, auf dem Areal der damals noch geplanten (inzwischen fertiggestellten) „Lahntalbrücke Limburg“, entdeckten Archäologen Artefakte einer jungsteinzeitlichen Siedlung aus der Zeit um ca. 5000 v. Chr. und das sind die bisher ältesten entdeckten Spuren einer Besiedlung des Limburger Beckens. Auch sind Artefakte römischer Siedlung bekannt geworden.
Im 7. Jahrhundert errichteten die Merowinger zur Sicherung der Lahnfurt eine fränkische Burganlage auf dem Lahnfelsen. Dies bildet den Ursprung der Stadt Limburg. Im 10. Jahrhundert befand selbige sich im Besitz der Konradiner. Graf Konrad Kurzbold, selbst ein Konradiner, gründete mit Erlaubnis seines Vetters König Konrads I., innerhalb der „Lintburk“ (Struck, Quellen zur Geschichte der Klöster 1, Nr. 1) das St. – Georgs – Stift. So geschehen im Jahre 910. Die Gründung des Stiftes wurde unterstützt durch das Erzbistum Mainz. Unterhalb dieser Burg entstand im 11. und 12. Jahrhundert eine mit Wehranlagen befestigte Ansiedlung, die ab 1214 nachweislich Stadt genannt wurde.
Das Georgenstift und die inzwischen entstandene Kaufmannssiedlung der Stadt erfuhren seit dem 11. Jahrhundert einen starken Aufschwung. Im 12. Jahrhundert wurde eine Holzbrücke über die Lahn errichtet, was zu einer Aufwertung der Marktsiedlung am westlichen Burgberg führte und den Handel dort konzentrierte. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts kam es zu zwei Aufständen der Stadtbevölkerung gegen das Stift (1114 und 1129). Die hölzerne Brücke wurde im 14. Jahrhundert durch eine sechsbögige Brücke aus Stein ersetzt, zusätzlich wurde auf dem rechten Lahnufer ein quadratischer Brückenturm errichtet. Seine Obergeschosse wurden im 16. Jahrhundert für die Verwendung von Feuerwaffen umgebaut. Von Anfang an war die Brücke über die Lahn eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt. Denn auf Grund des günstigen Lahnübergangs trafen gleich mehrere, wichtige Handelswege und Straßen in der Stadt zusammen: die Hohe Straße von Frankfurt nach Köln, die Hünerstraße aus dem Raum um Wiesbaden und die Handelsstraße aus dem Rheingau. Zusätzlich führte auch die Hessenstraße zwischen Wetzlar und Koblenz durch Limburg. Die Stadt hatte außerdem Zugang zu den Handelswegen aus Richtung Siegen und dem Rheinland. Bis in das Jahr 1918 wurde von jedem, der die Brücke nutzen wollte, ein Brückenzoll erhoben. Über seine Höhe und Bedeutung flammten im den Jahrhunderten immer wieder Streitereien auf.
Die Herrschaft über Limburg und das Georgenstift war abhängig vom Reich, dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Hessen.
Nachdem die Herrschaft durch das Aussterben der Konradiner im Jahre 966 an die Pfalzgrafen übergegangen war, fiel Limburg mit der Stiftsvogtei im 13. Jahrhundert als Leiniger Erbe an die Grafen von Ysenburg. In dieser Zeit, um 1180/90 bis 1235 entstand die spätromanische Stiftskirche auf dem Felsen direkt neben der Burg, der heutige Dom. 1235 wurde die heutige Kirche als Stifts- und Pfarrkirche geweiht. Im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts wurde zusätzlich auch eine neue und erweiterte Stadtbefestigung angelegt.
Unter Graf Gerlach I. von Ysenburg, der sich auch Gerlach von Limburg nennen lies, wurde die Burg zum Wohnen erweitert. 1279 kam es unter seiner Herrschaft zu einem Aufstand der Limburger Bürger, wobei sich die Stadtbewohner Rechte bei der Steuererhebung, der inneren Gerichtsbarkeit, der Eheschließung und dem Siedlungsausbau sicherten.
Zwei Brandkatastrophen zerstörten in den Jahren 1289 und 1342 weite Teile der Stadt.
1349/50 wütete die große Pestwelle in der Stadt, was zu einer Judenverfolgung in der Stadt führte. Diese Progrome waren zuvor von Kaiser Ludwig IV. dem Bayern verboten worden, er hatte zwischen 1338 und 1341 die Stadt verpflichtet, zuvor vertriebene Juden wieder aufzunehmen und vor künftigen Progromen zu schützen.
Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts war die Hälfte der Herrschaft über Stadt und Burg an das Erzbistunm Trier verpfändet. Im selben Zeitraum wurde die Schiede errichtet, um die Vorstädte zu sichern. Zwischen 1349 und 1383 wüteten drei Pestepedemien in der Stadt. Die Burg wurde durch Graf Johann II. erweitert, nachdem 1379 die Burg teilweise bei einem Brand zerstört wurde. Dabei entstand unter anderem der noch heute in Partien erhaltene, südliche Saalbau mit zwei Stockwerken.
Im Laufe des Mittelalters und der Frühneuzeit erhielt Limburg weitere herausragende Bauwerke und Erweiterungen: zahlreiche Burgmannensitze, sowie Adels- und Klosterhöfe. Vor allem sind das Gotische Haus und der Walderdorfer Hof als Beispiel zu nenen. Das Gotische Haus ist inzwischen in den Rang eines „Nationalen Denkmals“ erhoben worden.
Vom späten 15. bis zum frühen 16. Jahrhundert wüteten erneut schwere Pestepedemien in der Stadt.
Limburg wurde im Dreißigjährigen Krieg durch bayrische, französische und kaiserliche Truppen erobert und geplündert. Ende des 18. Jahrhunderts eroberten französische Truppen unter Kaiser Napoleon die Stadt, dabei wurde die Brückenvorstadt durch Artilleriebeschuss der feindlichen Truppen stark beschädigt und größtenteils dem Erdboden gleich gemacht.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden Stadtmauer und Wehrtürme weitgehend abgerissen. In diesem Zeitraum erlebte die Stadt durch die erweiterte Schiffbarmachung der Lahn und durch den Bau der Eisenbahnstrecke, sowie den Bau von Straßen nach Koblenz, Frankfurt und Köln einen enormen, wirtschaftlichen Aufschwung.
Nach 1945 nahm die Bevölkerung um knapp ein Drittel zu und das Stadtgebiet dehnte sich auf seine heutigen Grenzen aus.
Im Jahre 1827 wurde das Bistum Limburg gegründet. Damit wurde aus der Stifts- und Pfarrkirche die heutige Bischhofskirche. Der Dom wurde im Laufe seiner Geschichte nie zerstört, erfuhr aber trotzdem zahlreiche Veränderungen im Zuge von Restaurierungen. Besonders erwähnenswert ist der Umstand, dass sich die Menschen des späten 19. Jahrhunderts im Zuge der Romantik nicht vorstellen konnten, dass die Außenseite im Mittelalter farbig gewesen war. Daher entfernten sie den Außenputz und der Dom war über Jahrzehnte grau und dunkel, sein bloßes Mauerwerk präsentierend. Erst im Zuge der vorerst letzten Restauration um 1967 wurde der Außenputz und die Farbigkeit dem Dom zurückgegeben und zwar in der Art und Weise, die dem mittelalterlichen Ursprung am nächsten kommt. Der unverputzte Zustand ist auf zahlreichen, historischen Bildern zu sehen. Unter anderem wurde er auch ohne den farbigen Außenputz über 28 Jahre auf dem Westdeutschen Geldschein mit der höchsten Zahl abgebildet:

1000 DM Serie3 Rueckseite.jpg
Die Rückseite des 1000-DM-Scheins mit dem Limburger Dom (1964 – 1992).
Quelle

Den Dom kann man besichtigen, es werden dazu auch Führungen angeboten. Die Termine kann man hier erfahren. Ebenso kann man den Dom im Rahmen eines Gottesdienstes besuchen. Hier sind die Termine dafür.

4 Kommentare

  1. Ich liebe genauso Ausflüge in Hessen…

    Limburg ist eine wunderschöne Stadt. Ich mag sie sehr. Ich habe von dort einen ganz tollen Tee mit Bratapfelgeschmack Außerdem war ich dort letztens mit dem Betriebs- und Weihnachtsausflug der Bahnhofsmission Gießen (ich arbeite dort ehrenamtlich). Wir haben an einer Führung durch denn Dom teilgenommen und waren auf dem Weihnachtsmarkt zu Besuch.

    Gruß Martin Klenner

    PS: Ich studiere in Gießen Erziehungswissenschaften im Master und reise viel mit meinem Semester-Ticket durch ganz Hessen.

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  2. Mal sehen ob ich hier aus jedem hessischen Landkreis bzw. jeder hessischen kreisfreien Stadt im Blog eine Sehenswürdigkeit finden werde, die ich schon einmal besucht habe ???

    Hiermit abgehakt…
    Landkreis: Limburg-Weilburg
    Stadt: Limburg
    Sehenswürdigkeit: Dom

    Gruß Martin Klenner

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